Schule einmal anders: Nicht die bekannten Lehrer kommen in ihre Klassen, sondern externe Gäste arbeiten mit kleinen Gruppen, für die sich Schüler je nach Thema und Interesse klassenübergreifend angemeldet haben. Seit Längerem organisiert die ARGE Religion/Ethik im 2-Jahres-Rhythmus für Oberstufenklassen rund um Ostern solche Projekttage zu Themen wie „Arbeit“, „Armut“, „Krisen“, „NGO’s“ etc. Heuer ging es um „Christsein heute“.

Am 20. April war es so weit: Zwölf Gäste brachten Abwechslung in den Schulalltag der 5., 6. und 7. Klassen, und bewiesen, wie spannend und verschiedenartig die Wege sein können, die Menschen beschreiten, weil sie sich als Christen fühlen und engagieren wollen.

Ein immer wieder gern gesehener Gast ist Jeremia Mayr, Chorherr im Stift Schlägl, ein Absolvent unserer Schule, der im weißen Ordenskleid der Prämonstratenser einen kurzweiligen Einblick in sein Ordensleben gab. Sein Workshop, in dem nicht nur diskutiert, sondern auch gesungen und gebetet wurde, hat den Schülern durchwegs sehr getaugt. Aus einem Feedbackbogen: „Hat mir sehr gut gefallen, sehr nette, sympathische Person; guter Einblick in das Leben in einem Kloster“.

Karin Zimmerbauer, Nicole Leitenmüller und DDr. Hans Popper präsentierten die Arbeit des „Mobilen Hospiz“ bzw. des „Palliative Care“ der Caritas: Dahinter verbirgt sich ein ungemein wichtiger und anspruchsvoller Dienst an der Gesellschaft: Sie pflegen, betreuen und begleiten sterbende Menschen und deren Angehörige. In ihren Rückmeldungen zeigten die Schüler großen Respekt vor dieser Arbeit: „Ich könnte das nie leisten“, schrieb einer, „umso mehr Respekt habe ich vor Menschen, die sich so um Todkranke kümmern!“

Für manche ebenfalls neu und überraschend war der Kontakt mit der jungen Schwester Luzia Reiter von den Elisabethinen in Linz. Im Feedback hieß es: „Die nette Ordensschwester ist wirklich auf alle Fragen eingegangen. Wir haben angenommen, dass Klosterschwestern die ganze Zeit beten, und haben gelernt, dass sie viel mehr machen!“

Für Schüler nicht ganz so ungewohnt war das Angebot von Christine Schulz, die für Jugendpastoral in Freistadt zuständig ist. Der Workshop wurde als interessant, lustig und gemütlich beschrieben: „Ich wusste gar nicht, dass es so viele interessante Angebote im Raum Freistadt gibt“, hieß es etwa.

Das Pilgern erlebt seit einigen Jahren eine ungeahnten Aufschwung. Stefanie Hinterleitner von der Katholischen Jugend Oberösterreich konfrontierte die Schüler mit allen Aspekten dieses Abenteuers, bei dem es darum geht, aufzubrechen, wegzugehen, um neu bei sich anzukommen. „Cool, spannend, interessant“, so empfanden die meisten dieses Angebot.

Ein anspruchsvolles Thema unterbreitete Wolfgang Gratzl, unser Pastoralassistent aus Freistadt: Es ging um die Frage, was „Religion in mir erklingen“ lässt, wobei Religiöse wie Skeptische gleichermaßen aufgefordert waren, offen zu diskutieren. „Es war sehr interessant und spannend, über so ein Thema offen und kritisch zu diskutieren“. Gelobt wurde das lockere und gute Klima: „Ein rundum guter Workshop“.

Markus Vormayr ist Priester und in der Justizanstalt Linz und im Forensischen Zentrum Asten als Gefangenenseelsorger tätig. Das forensische Zentrum Asten ist österreichweit eines von zwei Einrichtungen für psychisch kranke Rechtsbrecher. Ziel ist es, dass die Menschen lebenspraktische und sozial stabilisierende Fähigkeiten erlangen, um ein „deliktfreies Lebensmanagement“ möglich zu machen. Die Schüler zeigten sich sehr beeindruckt von dieser fordernden und anspruchsvollen Tätigkeit. „Wir erhielten einen guten Einblick in das Gefängnisleben. Der Referent ist auf unsere Fragen gut eingegangen. Sehr informativ, gute Aktion!“

Doris Winkler, derzeit als Religionslehrerin in Karenz, hat viel Erfahrung mit Orientierungstagen für Jugendliche. Als Vertreterin der Katholischen Jugend O.Ö. leitete sie den Workshop „Woran glaube ich?“ Ihr Angebot wurde als „sehr nett, unterhaltsam und lehrreich“ beschrieben. Spiele und Diskussionen drehten sich um das Thema, was einem jungen Menschen Glaube und Christentum heute noch zu sagen haben (können).

Schon seit Jahrzehnten geht von der christlichen Gemeinschaft im kleinen Ort Taizé in Frankreich eine starke Wirkung aus. In vielen Pfarren werden „Taizé-Lieder“ wie „Laudate omnes gentes“ gesungen. Carola Thier-Grasböck von der Katholischen Jugend Oberösterreich versuchte, durch Singen, Beten und Meditation den Schülern ein wenig vom „Geist von Taizè“ zu vermitteln. „Das Singen war entspannend und angenehm“, schrieb eine Teilnehmerin. Ein anderer: „Magnifique, danke!“

Last but not least präsentierte Sarah Glatz von der Young Caritas Linz das große Arbeitsfeld der Caritas. Es gab Information, Rollenspiele, Diskussionen. „Ich hab mir viel gemerkt, ein toller, informativer Workshop!“DSCF5712

Wir als Veranstalter und Organisatoren diese Projekttages freuen uns sehr über das so überaus positive Echo.

Ganz besonders bedanken möchten wir uns aber bei unseren Gästen, die viel Zeit und Energie investiert haben, um unseren Schülern eine Reihe wichtiger Themen auf so lebensnahe und spannende Art und Weise näher zu bringen.

Margit Haunschmied / Astrid Hollaus / Theresia Sulzer / Ernst Aigner

ARGE Religion / Ethik