Zeitzeugenprojekt_und_Phoenix_008Schon seit langem liefen im Wahlpflichtfach Geschichte der 7.Klassen des BG/BRG Freistadt Vorbereitungen für einen besonderen Nachmittag. Ein Zeitzeugenprojekt war geplant, „Geschichte" sollte durch lebensnahe Erzählungen erfahren werden. Diese Form der Befragung nennt sich „Oral history", das bedeutet übersetzt „ mündliche Geschichte". Man erhält subjektive Erinnerungen, die zwar nicht immer mit den Statistiken übereinstimmen müssen, aber alte Zeiten aufleben lassen. Die Themen unseres Zeitzeugenprojektes waren zum Beispiel Freizeit, Mode und Essensgewohnheiten, Weltgeschichte im Dorf und Schule, aber alles auf die Zeit des Nationalsozialismus beschränkt. Schließlich war es so weit. Kuchen wurden geschlachtet und kunstvoll drapiert. Warmer Kaffeegeruch legte sich über die Klasse. Die Vorfreude auf ein „Kaffeeplauscherl" stellte sich ein und jede Gruppe ging die vorbereiteten Fragebögen durch. Herr Dr. Rappersberger, ehemals Direktor unserer Schule, seine Gattin und Altbürgermeister Bundesrat Karl Knoll waren so nett, uns, der Jugend von heute, von der Jugend von vorgestern, die den Nationalsozialismus erleben musste, zu erzählen. Für die SchülerInnen war das natürlich sowohl eine Ehre als auch eine interessante Erfahrung. Nach anfänglicher Zurückhaltung stellte sich heraus, dass unsere Gäste nicht beißen, sondern sehr spannend erzählen konnten.
Zeitzeugenprojekt_und_Phoenix_014Zeitzeugenprojekte sind eine willkommene Abwechslung zum normalen Schulunterricht. Natürlich überzeugte uns SchülerInnen nicht nur die nette Atmosphäre, sondern auch die detailreichen Geschichten werden wir nicht so schnell vergessen. Nun sind wir im Stande mit unseren Großeltern nicht nur über die hoffentlich guten Schulnoten oder die Wünsche zum bevorstehenden Geburtstag zu reden, sondern können ein Vergangenheitsbewusstsein vorzeigen, das man uns vielleicht nicht zugetraut hätte.