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Schulchronik

1866

Am 22. Feb. 1866 beschließt die Stadtgemeindevertretung unter Bürgermeister Caspar Schwarz eine Eingabe an die k.k. Statthalterei in Linz, in Freistadt ein Untergymnasium zu errichten. Die Stadt erklärt sich bereit, die Räume beizustellen, für Instandhaltung, Beheizung und Reinigung aufzukommen, den Schuldiener zu bezahlen und alle benötigten Lehrmittel anzukaufen.Die Statthalterei befürwortet das Gesuch, und am 25. Dezember 1866 erteilt Kaiser Franz Joseph die Genehmigung zur Errichtung des Untergymnasiums als Staatsanstalt. Der 2. Stock des Rathauses wird für Schulzwecke adaptiert, und am 1. Oktober 1867 findet die feierliche Eröffnung des Staatsgymnasiums Freistadt mit einer 1. Klasse statt.

1868/69

Eine Aufstockung (3. Stock) des Rathauses sollte Platz für die folgenden Klassen schaffen. Eine Aufstockung (3. Stock) des Rathauses sllte Platz für die folgenden Klassen schaffen.

1870

Am 18. September 1870 bewilligt das Kultusministerium auf Antrag des Gemeindeausschusses, der um den notwendigen Schülerzuwachs fürchtete, ein vierklassiges Realgymnasium, in dem ab der 3. Klasse statt Griechisch Französisch unterrichtet wurde.

1871/72

Eröffnung einer 5. Klasse; durch kaiserlichen Entscheid vom 4. Juni 1872 Errichtung eines vollständigen Obergymnasiums; Eröffnung einer 6. Klasse im folgenden Schuljahr.

1875

Am 3. Juli findet unter Vorsitz des Landesschulinspektors die erste Reifeprüfung von 8 Kandidaten am Real- und Obergymnasium Freistadt statt. Unter den Kandidaten ist kein Freistädter!

1878

Das Realgymnasium wird wegen mangelnden Interesses aufgelassen und die Schule in ein reines Gymnasium umgewandelt.

1887

Bei einer Inspektion des Gymnasiums am 3. März 1887 stellt Kultusminister Baron von Gautsch die Stadtverwaltung vor die Entscheidung: entweder Errichtung eines neuen Gebäudes auf Kosten der Stadt bis Schulbeginn 1889 und von da an jährliche Zahlungen von 5000 Gulden an den Staatsschatz oder Aufhebung des Gymnasiums. In der Sitzung am 27. Juni 1887 nahm die Gemeindevertretung das schwere finanzielle Opfer - die Stadt hatte etwa 2500 Einwohner - auf sich und beschoss den Bau des heutigen Schulgebäudes.

1888

Frühjahr: Beginn des Neubaues vor dem Linzer Tor im ehemaligen Thury-Garten.

1890

Am 18. September 1890 erfolgt die feierliche Eröffnung. Die Baukosten betrugen 96.412 Gulden. Die Einrichtung kostete über 15.000 Gulden. Aus Anlass des 40järigen Regierungsjubiläums des Kaisers erhält die Schule auf Antrag der Stadtgemeinde die Bezeichnung "Kaiser Franz Josef-Staatsgymnasium".

1894

Das Kultusministerium verpflichtet die Stadt, zur Sicherung des Schülernachwuchses ein Studentenkonvikt für 80 Schüler bis zu Schulbeginn 1898 zu errichten.

1896

Im Schuljahr 1896/97 erreicht die Schülerzahl den Rekord: 211.

1898

Eröffnung des Studentenkonviktes im ehemaligen Schloss Kinsky, das die Stadt um 20000 Gulden erworben hatte und adaptieren ließ. Das Konvikt bestand bis 1938. Das Gebäude diente später als Kreishaus und nach 1945 als Krankenhaus.

1907

Die erste Schülerin wird als Hospitantin aufgenommen: Angela Pauser aus Sandl.

1914-1918

Der 1. Weltkrieg wirf seine Schatten über das Gymnasium. Lehrer und Schüler der obersten Klasse wurden laufend zum Kriegsdienst einberufen. Jedes Jahr wurden mehrere vorzeitige Maturatermine abgehalten. Die Schülerzahl sank von 182 im Jahr 1914 auf 99 im Jahr 1917. Im Folgejahr stieg sie auf 101.

1918-1938

Das Ende der Monarchie erschütterte das Gymnasium weniger als die Umstürze von 1938 und 1945. Das humanistische Gymnasium blieb weiter bestehen, allerdings mit einer zu Ungunsten der klassischen Sprachen veränderter Stundentafel. Aus dem Kaiser Franz Josef-Staatsgymnasium wurde das Bundesgymnasium Freistadt - bis 1935 die alte Bezeichnung wieder eingeführt wurde. Die Franz Josef-Büste behielt aber ihren Ehrenplatz auf einem Granitsockel im Vestibül bis 1938. Die Schülerzahl ließ weiter zu wünschen übrig, erreichte aber im Schuljahr 1933/34 einen neuen Rekord: 262 Schüler. Im folgenden Schuljahr sank die Zahl wieder auf 225.Durch die neue Freiheit durften jetzt die bisher verbotenen Mittelschulverbindungen an das Licht der Öffentlichkeit treten. Von den drei Freistädter Verbindungen überlebte aber bis heute nur die katholische Nibelungia-Freistadt, gegründet 1924.

1925

Gründung der Elternvereinigung, Gründungsobmann Schuldirektor Karl Pointecker.

1927

60-Jahr-Feier (14. bis 16. August): Prof. Franz Neuhofer komponiert zu diesem Anlass die "Missa academica", die unter seiner Leitung in der Liebfrauenkirche uraufgeführt wird.

1932

Große Goethe-Feier.

1938

Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich: Umwandlung des Gymnasiums in eine Oberschule für Jungen. Die Schülerzahl steigt von 210 auf 270 bedingt durch die Sperre der kirchlichen Gymnasien.

1939

Beginn des Zweiten Weltkrieges: In den Kriegsjahren werden laufend Lehrer und Schüler der obersten Klassen zur Wehrmacht eingezogen. Es kommt zu Stundenkürzungen und zu Einstellungen ungeprüfter Lehrer.

1944

Im Oktober werden Flüchtlinge im Schulgebäude untergebracht.

1945

Der Schulbetrieb wird im April 1945 gänzlich eingestellt. Im August muss das Schulgebäude für ein russisches Militärlazarett geräumt werden. Das Marianum bietet der nun wieder in ein Gymnasium umgewandelten Schule eine provisorische Unterkunft. Alle Schüler müssen das Schuljahr 1944/45 wiederholen.

1946

Die russische Kommandantur gibt das Schulgebäude im Sommer wieder frei. Der Unterricht kann im alten Gebäude wieder aufgenommen werden. Räume und Sammlungen haben erheblich gelitten.

1947

Umwandlung des humanistischen Gymnasiums in ein Realgymnasium ab dem Schuljahr 1947/48; Latein erst ab der 3. Klasse obligatorisch.

1955

Die Schülerzahl überschreitet die 200-Marke. Das Gebäude wird von der Stadtgemeinde Freistadt durch die Republik Österreich übernommen.

1965-1969

Errichtung eines Neubaues, Sanierung des Altbaues; Umbenennung des Bundesrealgymnasiums Freistadt in das Bundesgymnasium Freistadt mit einem neusprachlichen und einem realistischen Zweig. Französisch wird im neusprachlichen Zweig obligatorische zweite lebende Fremdsprache.

1984/85

1_bild1Aufstockung des Turnsaales für einen Chemie- und einen Physiksaal. Im Keller werden zwei Werkräume und zwei EDV-Räume geschaffen.

2003

Abriss des 1965 - 1969 errichteten Neubaues und Baubeginn eines größeren Anbaues mit zwei Turnsälen.